Motivationsschreiben Schweiz: Aufbau und Beispiel
Das Motivationsschreiben ist der persönlichste Teil Ihrer Bewerbung. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie es in der Schweiz üblicherweise aufgebaut ist, welche Formalien gelten, wie Sie typische Floskeln vermeiden – und enthält ein vollständiges Beispiel.
Der Aufbau in fünf Teilen
- Briefkopf: Ihre Adresse, die Adresse des Unternehmens (wenn möglich mit Ansprechperson), Ort und Datum, z. B. «Zürich, 7. Oktober 2026».
- Betreffzeile: fett und ohne das Wort «Betreff», z. B. «Bewerbung als Sachbearbeiterin Kundendienst (80–100 %)».
- Einleitung: ein bis zwei Sätze, warum Sie schreiben und was Sie mitbringen.
- Hauptteil: zwei kurze Absätze mit Belegen, warum Sie zur Stelle und zum Unternehmen passen.
- Schluss: Eintrittstermin, Wunsch nach einem Gespräch, «Freundliche Grüsse», Unterschrift und Hinweis auf die Beilagen.
Schweizer Formalien
- Länge: in der Regel höchstens eine A4-Seite.
- Rechtschreibung mit ss statt Eszett, also «Grüsse», «gross», «Strasse».
- Anrede wenn möglich mit Namen: «Sehr geehrte Frau Muster». Ist niemand genannt, lohnt sich ein Blick auf die Website oder ein kurzer Anruf.
- Das Pensum gehört bei Teilzeitstellen in die Betreffzeile oder in den Text.
- Eine Lohnvorstellung nennen Sie nur, wenn das Inserat danach fragt.
- Gleiche Schrift und gleiches Layout wie im Lebenslauf; als PDF versenden.
Einstieg ohne Floskeln
«Hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle» steht in sehr vielen Schreiben und sagt nichts. Besser ist ein Einstieg, der gleich einen Bezug herstellt, zum Beispiel:
- «Seit vier Jahren betreue ich im Kundendienst eines Versandhändlers täglich Anfragen auf Deutsch und Französisch – diese Erfahrung möchte ich bei Ihnen einbringen.»
- «Ihr Inserat hat mich angesprochen, weil Sie jemanden suchen, der Abläufe nicht nur erledigt, sondern verbessert.»
Hauptteil: Anforderungen und Belege
Nehmen Sie die drei wichtigsten Anforderungen aus dem Inserat und notieren Sie zu jeder ein konkretes Beispiel aus Ihrer Erfahrung. Daraus entstehen die Sätze im Hauptteil. Ein Satz zum Unternehmen – was Sie an seinem Angebot, seiner Arbeitsweise oder seinen Werten anspricht – zeigt, dass Sie sich informiert haben. Vermeiden Sie es, den Lebenslauf nachzuerzählen; das Schreiben soll ihn ergänzen.
Häufige Fehler
- Dasselbe Schreiben für jede Stelle, nur mit ausgetauschtem Firmennamen
- Falsch geschriebener Name der Ansprechperson oder des Unternehmens
- Aufzählung von Eigenschaften («teamfähig, belastbar, flexibel») ohne Beispiele
- Zu lang, zu viele Konjunktive («ich würde mich freuen, wenn ich vielleicht…»)
- Kein Hinweis auf den möglichen Eintrittstermin
Beispiel zum Anpassen
Ein fiktives Beispiel – übernehmen Sie den Aufbau, nicht den Wortlaut:
Anna Muster Musterweg 1, 8000 Zürich 079 000 00 00 · anna.muster@example.ch Beispiel AG Frau Petra Beispiel Personalabteilung Beispielstrasse 10 3000 Bern Zürich, 7. Oktober 2026 Bewerbung als Sachbearbeiterin Kundendienst (80–100 %) Sehr geehrte Frau Beispiel Seit vier Jahren beantworte ich im Kundendienst eines Versandhändlers Anfragen auf Deutsch und Französisch. Ihr Inserat hat mich angesprochen, weil Sie jemanden suchen, der Kundinnen und Kunden zuverlässig betreut und Abläufe weiterentwickelt. In meiner jetzigen Stelle bearbeite ich Bestellungen, Reklamationen und Rückfragen per Telefon und E-Mail. Für häufige Anfragen habe ich Antwortvorlagen erstellt, die heute im ganzen Team genutzt werden. Französisch spreche ich auf Niveau B2 und setze es täglich ein. An der Beispiel AG schätze ich, dass Sie Ihre Kundschaft persönlich beraten statt sie an eine Hotline zu verweisen. Diese Haltung entspricht meiner Arbeitsweise. Meine Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Gerne erzähle ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch mehr über meine Erfahrung. Freundliche Grüsse Anna Muster Beilagen: Lebenslauf, Arbeitszeugnisse, Diplome
Lieber machen lassen?
Wir schreiben Ihr Motivationsschreiben für CHF 35.– passend zum Inserat oder erstellen das komplette Bewerbungsdossier für CHF 59.–. Bewerben Sie sich in Bern oder Basel? Dort finden Sie Hinweise zu Sprache, Bundesverwaltung und Grenzgängerbewilligung.
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